FREIWILLIGE FEUERWEHR

Ortsfeuerwehr Enzen

75 Jahre Freiwilligen Feuerwehr Enzen

1935 bis 2010

Die Chronik der Feuerwehr Enzen

 

Aus der Gründungszeit von 1935 bis 1948

...Feuerwehrmann Wilhelm Rinne nach erfolgreicher Bekämpfung eines Brandes in den 30er Jahren!

Am Anfang stand die Pflichtfeuerwehr Enzen.

Um die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Enzen zu realisieren, bedurfte es einiger Statuten, die bereits am 11.02.1901 lt. § 4 der Polizeiverordnung des Stadthäger Kreises, betreffs Organisation des Feuerlöschwesens, erlassen wurden.

Mit Schreiben vom 25.09.1931 unterrichtete der damalige Landrat Seebohm alle Gemeinden über diese Statuten, die im Wesentlichen die damals üblichen Pflichtfeuerwehren betrafen. § 5 sah eine Aufteilung der Pflichtfeuerwehr in 3 Abteilungen vor:

1. Spritzenmannschaft
2. Rettungsmannschaft
3. Wachmannschaft in der Gemeinde Enzen bestand bis zum Jahre 1935 eine Pflichtfeuerwehr mit folgender Gliederung:

1. Abteilungsführer der Spritzenmannschaft: August Fehling, Enzen Nr. 30
2. Abteilungsführer der Rettungsmannschaft: Ernst Drinkhuth, Enzen Nr. 62
3. Abteilungsführer der Wachmannschaft: Ernst Bolte, Enzen Nr. 67
4. Abteilungsführer der Wasser- und Spritzenfahrer: Ernst Holle, Enzen Nr. 17
5. Abteilungsführer de Halblöschzug. Enzen/Hobbensen: Gottlieb Schönbeck, Enzen Nr. 06

Im Jahre 1935 taucht nun unmissverständlich der Begriff „Freiwillige Feuerwehr Enzen" auf, dessen Leiter der Feuerwehrhauptmann Wilhelm Tielker, Enzen Nr. 08 war. Er führte die Feuerwehr Enzen bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges. Wilhelm Tielker verstarb im Jahre 1971. Aus einem Schreiben von 14.09.1937 des Bürgermeisters Battermann an die Landwirtschaftliche Brandkasse, die zu dieser Zeit bereits den Unfallversicherungsschutz für die Feuerwehrmänner übernommen hatte, gingen folgende Fakten hervor:

700 Einwohner bewohnten in den Ortsteilen Enzen und Hobbensen 114 Häuser.
Der Feuerschutz wurde durch eine Handdruckspritze gesichert, die auf dem Rittergut von Oheimb postiert war. Die Löschwasserversorgung wurde durch 2 Feuerlöschteiche im Ortsteil Hobbensen, 1 Schachtbrunnen im westlichen Teil des Ortes Enzen, dem Hausbrunnen auf dem Rittergut und 2 Feuerlöschteichen ohne Schlammfang im Park von Oheim gewährleistet.

Am 05.05.1942 übernahm der Haupttruppmann Ernst Schade, Enzen Nr. 59, der als Hauer unter Tage auf dem Georgschacht arbeitete, die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr Enzen. Ernst Schade führte die Wehr durch die Wirren des 2. Weltkrieges.

Am 14.3.1948 wurde der Landwirt Ernst Wilharm, Enzen Nr. 02, zum Feuerwehrhauptmann bestellt, wie mit Schreiben vom 19.03.1948 von Bürgermeister Dornbusch mitgeteilt.
Dem Feuerwehrhauptmann Ernst Wilharm folgte ab 19.06.1949 Brandmeister Alfred Mai, Enzen Nr. 23, der bereits am 26.02.1950 von Brandmeister Otto Strobel, Enzen Nr. 63, abgelöst wurde.

Gastwirt Fritz Heine nun Brandmeister der Ortsfeuerwehr Enzen und erste Bewährungsprobe bei einem Großbrand auf dem Rittergut in Enzen– 1950 - 1955

Am 27.05.1950 wählte man im Gasthaus Wilkening in Enzen den Gastwirt Fritz Heine zum Brandmeister, dessen Stellvertreter nun Heinrich Bolte war.
Es ging aufwärts mit der Freiwilligen Feuerwehr Enzen.
Nachdem regelmäßige Dienste durchgeführt wurden, beschaffte man am 30.05.1951 für 29 Feuerwehrmänner kombinierte Anzüge, gleichzeitig erhielt die Feuerwehr eine Motorspitze mit Zubehör. Weitere Gerätschaften und Ausrüstungsgegenstände folgten.

Mann und Gerät mussten sich bereits am 11.10.1951 bewähren, als die Großscheune des Rittergutes in Enzen durch einen Brand total vernichtet wurde.
Nachbarwehren eilten zur Hilfe. In einem 3-tägigen ununterbrochenen Einsatz kämpfte man gegen die immer wieder auflodernde Glut an. Der Hof des Landwirts Ernst Wilharm, Enzen Nr. 02, konnte nur mit großer Mühe vor dem Übergriff der Flammen gerettet werden. Die Freiwillige Feuerwehr Enzen hatte, mit Hilfe der Nachbarwehren, eine harte Bewährungsprobe bestanden.

Heinrich Bolte wurde Brandmeister - 25 Jahre Freiwillige Feuerwehr Enzen 1956-1960

Am 19.07.1956 wählte man Heinrich Bolte, Enzen Nr. 38, zum Brandmeister, dessen Stellvertreter nun der ehemalige Brandmeister Fritz Heine war.
Bereits am 07.09.1957 konnte Heinrich Bolte mit seinen Mannen das Feuerwehrhaus im neu erbauten Gemeindehauskomplex beziehen. Dienstbereitschaft und Kameradschaft hatten entsprechend Zuwachs.
Als souveräner Wehrführer sollte Heinrich Bolte in seiner Dienstzeit noch 2 Jubiläen der Freiwilligen Feuerwehr Enzen erfahren.

Aus Anlass des 25 jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Enzen startete man am 21.06.1959 zu einem Ausflug nach Bremen mit Hafenrundfahrt und diversen Besichtigungen. Auf der Rückfahrt wäre es beinahe zu einer Katastrophe gekommen. Während eines kurzen Halts rutschte der Reisebus an einer Böschung in der Gemeinde Wasserstraße ab und wäre fast umgekippt. Glücklicherweise konnten jedoch alle Teilnehmer unverletzt die Heimreise antreten. Teilnehmer des Ausfluges.

Schlagkraft der Wehr wurde erheblich verbessert und ein Großbrand in Hobbensen 1961- 1974

Auf Initiative von Brandmeister Bolte erhielt die Wehr am 23.03.1961 eine moderne Tragkraftspritze TS 8, der bereits am 05.10.1969 ein moderneres Feuerwehrfahrzeug vom Typ Bachert LF 8 TS folgte. Die Schlagkraft der Wehr verbesserte sich optimal. Die Ortsfeuerwehr Enzen wurde in den 4. Zug der Feuerwehrkreisbereitschaft des Kreises Schaumburg-Lippe aufgenommen. Wehrführer, Mannschaft und Gerät bewährten sich bei Bränden und Einsatzübungen im Laufe dieser Jahre. Im Jahre 1969 rückte die Ortsfeuerwehr Enzen anlässlich eines Großbrands aus, der das Anwesen des Landwirts Friedrich Koller in Hobbensen zu vernichten drohte. Bei den sofort durchzuführenden Rettungs- und Löscharbeiten in Verbindung mit den Nachbarwehren erlitten die Feuerwehrmänner Ernst Schweer und Ernst Krömer schwere Verletzungen durch Schornsteineinsturz. Sie mussten unverzüglich dem Kreiskrankenhaus Stadthagen zugeführt werden. Des Weiteren verunfallte der Gemeindebrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Niedernwöhren, Fritz Köpper, der sich nur mit einem kühnen Sprung vom Dach des brennenden Gehöftes retten konnte.

Der Hof des Landwirtes Fritz Koller in Hobbensen wurde ein Raub der Flammen. 3 Feuerwehrleute zogen sich zum Teil erhebliche Verletzungen zu.

Zu einem Brand besonderer Art wurde die Ortsfeuerwehr Enzen im Februar 1971 gerufen.
Am Rande des Waldgebietes von Oheimb in Enzen hatten spielende Kinder im hohlen Stamm einer 800 Jahre alten Eiche ein Feuer entfacht, um ein Hornissennest auszuräuchern. Die Glut hatte sich bereits mehrere Meter in den Stamm ausgebreitet. Wasser wurde über eine 300 Meter lange Schlauchleitung herangeführt. Die Löscharbeiten erwiesen sich als sehr schwierig, sodass der brennende Baum durch ein Sägespezialisten-Team gefällt werden musste. Mit Mühe konnte das Feuer zwar gelöscht werden, aber ein Naturdenkmal wurde vernichtet.

1975-1984 – Wichtige Grundsteine werden gelegt: Gründung der Jugendfeuerwehr, Walter Tegtmeier wird Ortsbrandmeister, Umbau des Gerätehauses, ein neues Fahrzeug und das erste weibliche Mitglied

Dass die Ortsfeuerwehr auch feiern konnte, bewies sie zu ihrem 40-jährigen Jubiläum am 31.05.1975. Man hatte die wieder aufgebaute Scheune auf dem Rittergut in Enzen zu einer Festhalle umfunktioniert. Ein erinnerungsreicher Platz für die Ortsfeuerwehr Enzen und ihre Gäste.

Das Frühschoppen am 1. Mai und der Tag vor Pfingsten waren und sind immer noch beliebte Veranstaltungen, um Kameradschaft und Öffentlichkeitsarbeit zu pflegen.

Die Gründung der Jugendfeuerwehr Enzen, im Jahre 1975 war ebenfalls ein Grundstein im Fundament der Ortsfeuerwehr Enzen.
Spontan fanden sich 7 Jungen bereit, den Jugenddienst anzutreten. Unter der Führung von Fritz Weimann führte man regelmäßige Dienste bei der Stadtjugendwehr im Stadthäger Gerätehaus durch. In regelmäßigen Abständen pendelten die Jungen zwischen Enzen und Stadthagen. Der Fahrdienst wurde von den späteren Jugendleitern Heinrich Fauth und Detelv Seehausen sowie von dem leider viel zu früh verstorbenen Dirk Dannhof aufrechterhalten. Die ersten Mitglieder der Jugendfeuerwehr Enzen.

Am 31.12.1975 erklärte der leider erkrankte Ortsbrandmeister Heinrich Bolte seinen Rücktritt. Ein Feuerwehrmann, der von ganzem Herzen mit der Feuerwehr verbunden war, mit hohen Führungsaufgaben betraut, dekoriert mit entsprechenden Auszeichnungen, ging der aktiven Wehr verloren. Bereits in die Altersabteilung übernommen, wurde Heinrich Bolte im Jahre 1977 zum „Ehrenbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr" Enzen ernannt.

In der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Enzen am 10.01.1976 wurde nun der Oberlöschmeister Walter Tegtmeier zum neuen Wehrführer gewählt, der bereits, kommissarisch, vom scheidenden Brandmeister Heinrich Bolte eingesetzt worden war. Sein Stellvertreter wurde Löschmeister Fritz Weimann. Das man mit Brandmeister Walter Tegtmeier die richtige Wahl getroffen hatte, sollte sich in den nächsten Jahren noch herausstellen. Wie sein Vorgänger brachte er durch Umsichtigkeit, Erfahrung und Kameradschaftsgeist frischen Wind in die Ortsfeuerwehr. Wachsende Mitgliederzahlen um mehr als 100% sind nicht zuletzt auf das Wirken dieses Wehrführers zurückzuführen.

Als stellvertretender Stadtbrandmeister stellte er die Weichen zum Umbau des Feuerwehrhauses in Enzen, in dem sich bereits zwei Einsatzfahrzeuge befanden, denn ein VW-Bulli, im Jahre 1974 erworben, wurde in mühevoller Kleinarbeit zum Einsatzleitfahrzeug

umgebaut. Bedrohliche Enge machte sich breit. Ein Aufwärtstrend zeichnete sich für die Enzer ab.

Von großen Bränden wurde die Ortsfeuerwehr Enzen auch weiterhin nicht verschont. Zum großen Heidebrand im Jahre 1975 wurden auch einige Enzer Kameraden gerufen. Bereits am 10.08.1975 wurde die Ortsfeuerwehr Enzen, nachts um 01.00 Uhr, von der Kreisbereitschaft Schaumburg-Lippe alarmiert, um zu einem der größten Wald- und Heidebrände in der Geschichte der Feuerwehren auszurücken.
Die Feuerwehrbereitschaft mit ihren 4 Zügen erreichte ca. um 03.30 Uhr das Katastrophengebiet in der Südheide bei Oldendorf im Landkreis Gifhorn. Riesige Verwüstungen beeindruckten die Männer der Bereitschaft.

Angesichts der Tatsache, dass bei dieser Katastrophe 5 Feuerwehrleute ihr Leben lassen mussten, gab die Niedersächsische Landesregierung eine Gedenkmedaille heraus, mit der folgende Feuerwehrmänner der Ortsfeuerwehr Enzen ausgezeichnet wurden:

W. Tegtmeier, F. Weimann, H. Saul, E. Schweer, F. Bolte, D. Seehausen, H. Krömer, F. Röbke, H.- P. Drost und F. Wilharm

Nachdem am 07.12.1977 der Ortsfeuerwehr das ehemalige Gemeindebüro für Ausbildungszwecke zur Verfügung stand und das Projekt „Schule Enzen" gescheitert war, konnten nun die Baupläne zum Ausbau des Feuerwehrhauses vorgelegt werden.
Der Rat der Stadt Stadthagen gab nach verschiedenen Änderungen in der Bauausführung die Genehmigung zum Ausbau. Im Oktober 1981 konnte die Ortsfeuerwehr mit ihrer Jugendabteilung die neuen Räume beziehen. Neben sanitären Anlagen wurde ein Gemeinschaftsraum erstellt. Die Garagen des Gerätehauses wurden mit außentemperaturabhängigen Heizungen ausgestattet. In einem festlichen Akt übergab der Bürgermeister der Stadt Stadthagen, Ernst Meier, das Gerätehaus seiner Bestimmung.

Gleichzeitig erhielt die Ortsfeuerwehr ein neues Löschgruppenfahrzeug vom Typ „Ziegler LF8 TS". Die Bestrebungen des Ortsbrandmeister Tegtmeier hatten reiche Früchte getragen.

In der Generalversammlung am 07.01.1983 konnte der Ortsbrandmeister das erste weibliche Mitglied der Wehr, Frau Tina Heitkamp, begrüßen.
Ein weiterer Grundstein, nämlich der Aufbau einer Damengruppe, wurde gelegt. Zum 50 jährigen Jubiläum beschloss der Seniorenrat eine Chronik, die in Form einer Zeitung an jeden Haushalt verteilt wurde.

50 Jahre Freiwillige Feuerwehr Enzen

Vom 14. bis zum 16. Juni feierte die Feuerwehr Enzen ihr 50 jähriges Jubiläum sowie das 10 jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr Enzen. Neben Tanzabenden, Sternenfahrt fand auch ein Freundschaftswettbewerb der Jugendfeuerwehren statt. Zudem erschienen Teile der vorliegenden Chronik in einer Jubiläumszeitung. Zu diesem Zeitpunkt verzeichnete die Feuerwehr Enzen 36 Aktive und 18 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. Zu den passiven Förderern gehörten 101.

Die Feuerwehr Enzen zwischen 1986-1990 und das Ende einer Ära

Zum nennenswerteren Einsatzgeschehen in den Jahren 1986 bis 1991 zählten ein Scheunenvollbrand in Stadthagen, ein Brand eines Fabrikgebäudes der Firma Otto Bosse sowie ein Flächengroßbrand an der Bahn.

Im Jahr 1988 wurde ein Führungswechsel vollzogen. Die Ära Tegtmeier ging nach 8 Jahren als Stellvertreter und 12 Jahren als Ortsbrandmeister zu ende. Sein Amt als stellvertretender Stadtbrandmeister führte er bis 1992 weiter aus. Aber auch der Feuerwehr Enzen ging er als aktives Mitglied nicht verloren. Sein Nachfolger wurde der frühere Kassenwart Heinz Krömer. Als sein Stellvertreter wurde der ehemalige Jugendwart Detlev Seehausen bereits im Jahre 1987 gewählt.

Sowohl unter Walter Tegtmeier als auch unter Heinz Krömer wurden die Traditionen der Altglassammlung, die regelmäßigen Seniorenklönabende, der alljährliche Frühschoppen, die Skatabend und andere gemütliche Zusammenkünfte gepflegt.

Weiterhin konnte die Jugendfeuerwehr Enzen im Jahr 1990 ihr 15 jähriges Bestehen feiern.

Ein brennendes Hallenbad, Führungswechsel und andere Ereignisse in den Jahren 1991-1995

Ein Kräfte zehrender Einsatz war der Brand des Hallenbades in Stadthagen. Unter den 150 Feuerwehrleuten waren auch die Enzer Kameraden. Der Schaden des Brandes belief sich auf 20 Millionen DM.

Auch in diesen Jahren mussten Führungsentscheidungen getroffen werden. So verzichtete Heinz Krömer im Jahr 1993 auf eine Verlängerung seiner Amtszeit als Ortsbrandmeister und an seine Stelle trat nun der bisherige Stellvertreter und immer noch amtierende Ortsbrandmeister Detlev Seehausen. Als seinen Stellvertreter wählte man Johann Watermülder. Beiden traten offiziell bei der Jahreshauptversammlung 1994 ihren Dienst an. In diesem Rahmen wurde auch Walter Tegtmeier, der im Vorjahr nach 44 Jahren aus dem aktiven Dienst ausgeschieden ist, zum Ehrenbrandmeister der Feuerwehr Enzen ernannt.

Ein Jahr später feierte man das 60 jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Enzen sowie 20 Jahre Jugendfeuerwehr. Aus diesem Anlass fand ein „Spiel ohne Grenzen" statt.

Man richtete nicht nur Feiern aus, sondern man wurde auch zu einem Jubiläum eingeladen. Die Feuerwehr Langreder, zu der man bis heute ein besonders freundschaftliches Verhältnis pflegt, feierte ihr 75 jähriges Bestehen.

Neben den Führungskräften änderten sich auch die Funkrufnamen der Fahrzeuge der Feuerwehren der Stadt Stadthagen. Das LF 8 mit dem Funkrufnamen 60 - 22 wurde zum

61 – 21 und der ELW 60 – 62 hörte künftig auf den Funkrufnamen 61 – 61.

1996 – 2000: Ein Vierteljahrhundert und die Feuerwehr Enzen im Einsatz

Im Jahr 1996 wurde man zur Unterstützung zu drei Großbränden nach Stadthagen gerufen. Zum einen stand das Papierlager der Firma Wagner am Georgschacht im Vollbrand, zum anderen ereigneten sich der Brand eines Holzlagers der Firma Schwier und ein Lagerhallenbrand der Firma Möbel- Schlüter. Man investierte ca. 25 Stunden Einsatzzeit.

Ein weiter Großbrand, der die Feuerwehr Enzen in Atem hielt, war der Großbrand der Stadtbücherei im Jahre 1997. Durch das immer wieder aufflammende Feuer waren alle Kameraden etwa 43 Stunden im Einsatz.

Arbeitsreich waren auch die Jahre 1998 - 1999, neben außerordentlich vielen technischen Hilfeleistungen musste die Feuerwehr Enzen auch einen Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus in der Nienstädter Straße bekämpfen.

Durch das berufliche Ausscheiden des stellvertretenden Ortbrandmeisters Johann Watermülder musste 1997 ein Nachfolger ernannt werden. Klaus-Dieter Gerland übernahm dieses Amt bis 2000. Der ehemalige Ortsbrandmeister Heinz Krömer übernahm noch einmal eine Führungsposition, indem er das Amt fortan bekleidete.

2000 war es wieder an der Zeit für ein Jubiläum. Die Jugendfeuerwehr bestand 25 Jahre.

Verheerende Scheunenbrände und schon wieder brennt das Hallenbad – 2001-2005

Eine kurze Jahreshauptversammlung erlebte die Enzer Wehr im Jahr 2002. Kurz nach den offiziellen Reden wurden die Kameraden zu einem Scheunenbrand bei der Familie Wolke alarmiert. Eine weitere erlebnisreiche Nacht erlebte die Feuerwehr Enzen im Jahr 2003, als sich zwei weitere Scheunenbrände ereigneten. Kurz vor Mitternacht eilten die Feuerwehren aus Enzen und Stadthagen zu einem Scheunenbrand in die Stemmer Straße. Wie sich herausstellte, brannte es außerdem in einer weiteren Scheune, die nur wenige hundert Meter entfernt war. Daraufhin wurde Großalarm für alle Feuerwehren im Stadtgebiet ausgelöst. Bei diesen verheerenden Feuern mussten zahlreiche Tiere ihr Leben lassen.

Mit diesen Bränden nicht genug getan – Ende des Jahres 2003 wurde schon wieder das inzwischen zu einem Erlebnisbad umgebaute Hallenbad in Stadthagen Raub der Flammen. Auch dort waren die Kräfte der Feuerwehr Enzen wieder viele Stunden im Einsatz.

Aber es gab auch Erfreuliches im Jahr 2003 zu verkünden. Die Aufenthaltsräume der Feuerwehr Enzen wurden vergrößert. Nach großen Bemühungen des Ortsbrandmeisters und des Ortskommandos teilte die Stadt ihnen eine weitere Wohnung im Erdgeschoss zu. Somit konnte mit den Planungen für die Vergrößerungsbauarbeiten begonnen werden. Es sollten neue und getrennte Umkleidekabinen, Sanitäranlagen, ein größerer und moderner Unterrichtsraum mit Sitzecke und Küche verwirklicht werden. Gleichzeitig wurden die Kellerräume unter dem Wohnhaus der Feuerwehr umgebaut und erneuert.

Im Jahr 2004 konnte nach den Planungen endlich der Umbau beginnen. Die neuen Räumlichkeiten mussten entkernt und Wände eingeschlagen werden. In den alten Räumen war zunächst aufräumen angesagt. Und dann waren auch diese Räume dran. Die Arbeiten waren sehr schweißtreibend und nervenaufreibend. Die erhebliche Eigenarbeit der Kameraden betrugen ca. 1750 Stunden zusätzlicher Arbeit.

Zur Jahreshauptversammlung der FF Enzen 2005 konnte Ortsbrandmeister D. Seehausen die Gäste in den neuen Räumen begrüßen.

Die Kameraden der Feuerwehr Enzen mussten aber auch dieses Jahr unter anderem zu zwei arbeitsintensiven Einsätze ausrücken. Zum einen war ein Hund bei seiner Fuchsjagd in in einem Kanalrohr stecken geblieben. Nach aufwendigen Arbeiten konnte der Dackel dem Besitzer gesund übergeben werden. Der Fuchs konnte leider nicht gerettet werden und wurde von einem Jäger erschossen. Zum anderen Einsatz wurde viel Kraft und Personal benötigt. Es wurde eine Ölspur im Ort abgestreut, die sich von Kirchhorsten durch Enzen bis zum Hafen Wiehagen zog. Insgesamt mussten 77 Sack Ölbindemitte verstreut werden.

Auch in diesen fünf Jahren gab es wieder eine Personalentscheidung. Heinz Krömer trat als stellvertretender Ortsbrandmeister zurück und wurde durch Marcel Schünke ersetzt.

Neues Fahrzeugkonzept, wieder ein Umbau, Kinderfeuerwehr, Führungswechsel und ein Jubiläum - 2006 bis heute

In den fünf Ortsfeuerwehren mit Grundausstattung mussten die Löschfahrzeuge und Mannschaftsfahrzeuge ersetzt werden. Das neue Fahrzeugkonzept der Stadt Stadthagen sah vor, dass jede Feuerwehr ein TSF-W und einen MTW bekommt. Die ersten Fahrzeuge wurden beschafft oder ersetzt. Im Jahre 2008 waren die Enzer an der Reihe. Sie erhielten am 07.05.2008 einen gebrauchten Mercedes Sprinter als MTW. Unser alter MTW, ein VW- Bulli, wurde durch die Stadt an die Werkfeuerwehr Ardagh- Glass Obernkirchen verkauft. Dort verrichtet er aktuell noch seinen Dienst als Einsatzleitwagen. Unser Sprinter musste aber noch in Eigenarbeit nach unseren einsatztaktischen Vorstellungen umgebaut werden. Denn dieses Fahrzeug ist noch als ELW im 3. Zug der Kreisbereitschaft Nord eingeteilt.

Aber größeres Kopfzerbrechen machte die bevorstehende Ersatzbeschaffung des Löschfahrzeuges. Nach einigen Stellproben mit der Freundschaftsfeuerwehr Langreder, die mit ihrem TSF-W zu Besuch kamen, stand fest, dass eine neue größere Fahrzeughalle benötigt wird.

Nach vielen Gesprächen und Planungen konnte der Bauantrag im März 2008 eingereicht werden. Das große Aufräumen, Umräumen und Wegschmeißen konnte also wieder beginnen. Aber die Kameraden und Kameradinnen waren darin ja schon erprobt. Der Abriss der Halle und des Turms wurde im Juni begonnen.

Durch den großen Einsatz von H. Krömer, K.- D. Gerland und M. Schünke, die ihren Urlaub dafür opferten, war der Abriss in einer Woche fertig. Nun waren die Firmen gefragt, um die Fahrzeughalle neu aufzubauen. Nach fast einem Jahr war es dann so weit. Die Arbeiten der Firmen waren abgeschlossen, sodass wir die Fahrzeuge wieder in die Halle zurück konnten. Während des Umbaus befanden sich die beiden Fahrzeuge in der Scheune von Gerd Wilharm.

Nun mussten aber noch Maler-, Maurer-, Metall-, Heizungs- und Elektroarbeiten durchgeführt werden. Diese wurden durch die Feuerwehr übernommen. Ganz besonders durch

T. Bödecker, B. Herrmann und O. Roßdeutscher. Als Umbaujoker stellte sich C. Fischer heraus. Er baute an jeder Stelle mit und ganz besonders bei allen Metallarbeiten, die man aktuell in der Halle sieht.

Am 28. Juni 2009 konnte D. Seehausen zur Einweihung und Übergabe des neuen MTW´s in die Feuerwehr einladen. In einigen schönen Stunden wurde die Arbeit gewürdigt und gefeiert. Zu den Gesamtkosten des Hallenumbaus kamen noch ca. 7000 Stunden an Eigenleistung. Von der Firma Seelkopf konnten wir auch einen gebrauchten Anhänger übernehmen, der ebenfalls wieder durch die Kameraden umgebaut wurde.

Gleichzeitig konnte D. Seehausen die Gründung einer Kinderfeuerwehr bekannt geben. Nach einigen Probediensten waren es schon 11 Kinder, die immer noch mit Eifer bei der Sache sind und sich die „Die Feuerdrachen" nennen. Die Leitung liegt bei Stefanie Koschny, sie wird tatkräftig durch Katja Saalmann unterstützt.

Aber auch in diesem Jahr stand wieder ein Führungswechsel an. Der bisherige stellvertretende Ortsbrandmeister M. Schünke stand nicht mehr zur Wiederwahl bereit. So wurde der bisherige Atemschutzgerätewart und Ortsausbilder Christian Fischer bei einer Dienstversammlung kommissarisch zum stellvertretenden Ortsbrandmeister gewählt. Bei der Jahreshauptversammlung am 05.01.2010 konnte dann C. Fischer offiziell vereidigt und in sein Amt eingesetzt werden.

Das Ersetzen der alten Löschfahrzeuge durch ein modernes TSF-W wurde außer bei den Feuerwehren HKL und Enzen schon fast in allen Ortsfeuerwehren umgesetzt. Nach einigen Besprechungen und Planungen konnte dann im Juni 2009 die Ausschreibung für das Fahrgestell und den Aufbau ausgeschrieben werden. Die Wahl fiel auf ein MAN mit einem Aufbau der Firma Schlingmann. Die Auslieferung des neuen und modernen TSF-W war am 21.06.2010.

Aber nicht nur das neue Fahrzeug gibt Anlass zum Feiern, sondern auch gleich zwei Jubiläen. Die Jugendfeuerwehr Enzen wird 35 Jahre alt. Aus diesem Grund wurde ein Freundschafts- und Stadtwettbewerb auf dem Sportplatz in Enzen durchgeführt. Und wie könnte es schöner sein, der Enzer Jugendfeuerwehr gelang es tatsächlich zum 35 jährigen Jubiläum Stadtmeister zu werden.

Das andere Jubiläum ist das 75 jährige Bestehen der Feuerwehr Enzen. Zu diesem Anlass wird ein Fest am 1. Oktober 2010 im Feuerwehrhaus gefeiert werden. Gleichzeitig wird unser neues Löschfahrzeug offiziell in Dienst gestellt und somit seiner Bestimmung übergeben.

Auch das amtierende Ortskommando hat sich, wie vor 25 Jahren, für eine Chronik der FF Enzen, entschieden. Sie wird an alle Mitglieder der Feuerwehr verteilt.

Wie auch schon vor 25 Jahren ist die Ortsfeuerwehr sehr gut aufgestellt. Durch die gute Ausbildung und Kameradschaft sind auch einige Kameraden in weiteren Einheiten im Landkreis vertreten wie z.B. als Besatzung des MTW als Einsatzleitwagen im 3. Zug der Kreisbereitschaft, in verschiedenen Einheiten der Umweltschutzeinheit und in der Kreisausbildung. Es sind auch immer wieder Kameraden im Kreiswehrersatzdienst in den Einheiten vertreten. Zurzeit zählen 28 Aktive, 12 Jugendliche, 11 Kinder und 140 Passive zu den Mitgliedern der Feuerwehr Enzen.

Im April 2012 stand die Wahl des Ortsbrandmeister und dessen Stellvertreter an. Ab diesem Tage leitet der bisherige stellv. OrtsBm Christian Fischer die Feuerwehr Enzen. Als neuer stellv. OrtsBm wurde Marcel Schünke gewählt.

 

Ortsbrandmeister der Feuerwehr Enzen       Stellv Ortsbrandmeister der Feuerwehr Enzen

Wilhelm Tielker 1935 bis 1942                          Walter Tegtmeier 1970 bis 1976

Ernst Schade 1942 bis 1948                              Fritz Weimann 1976 bis 1981

Ernst Wilharm 1948 bis 1949                            Friedrich Röbke 1981 bis 1987

Alfred Mai 1949 bis 1950                                  Detlev Seehausen 1987 bis 1994

Otto Strobel 1950 bis 1950                               Johann Watermülder 1994 bis 1997

Fritz Heine 1950 bis 1956                                 Klaus- Dieter Gerland 1997 bis 2000

Heinrich Bolte 1956 bis 1976                            Heinz Krömer 2000 bis 2003

Walter Tegtmeier 1976 bis 1988                       Marcel Schünke 2003 bis 2009

Heinz Krömer 1988 bis 1994                            Christian Fischer 2009 bis 2012

Detlev Seehausen 1994 bis 2012                     Marcel Schünke 2012 bis

Christian Fischer 2012 bis

 

Das Ortskommando im Jahre 2010

Ortsbrandmeister: Detlev Seehausen

Stellv. Ortsbrandmeister: Christian Fischer

Gruppenführer u. Schriftwart : Olaf Roßdeutscher

Gerätewart u. Stellv. Gruppenführer: Daniel Dralle

Jugendwart: Markus Schade

Sicherheitsbeauftragter: Klaus- Dieter Gerland

Kassenwartin: Dagmar Seehausen

Atemschutzgerätewart: Bastian Herrmann

Leiterin der Kinderfeuerwehr: Stefanie Koschny

 

Kinderfeuerwehr Enzen

„Die Feuerdrachen"

Im Jahr 2007 kamen einige Überlegungen auf, ob die Feuerwehr Enzen nicht auch eine Kinderfeuerwehr ins Leben rufen sollte. Der große Vorteil ist es, dass die Kinder ab einem Alter von 6 Jahren dort mitmachen können. Nach sehr kurzer Zeit stellten sich zwei Helferrinnen zur Verfügung. Als Leiterin Stefanie Koschny und als Betreuerin Katja Saalmann. Nachdem in jedem Haushalt in Enzen und Hobbensen Werbung für die Kinderfeuerwehr gemacht worden war, führten wir einige Schnupperdienste durch u.a. die Namensfindung. Sie einigten sich auf den Namen: Die Feuerdrachen. Die Resonanz der Kinder war super, sodass wir schon 11 Kinder aufnehmen konnten. Am Tag der Fahrzeughalleneinweihung am 28.06.2009 konnte dann auch Ortsbrandmeister D. Seehausen die Kinderfeuerwehr offiziell gründen. Die Sparkasse sponserte 15 T-Shirts mit Aufschrift, damit man die „Feuerdrachen" auch wieder finden kann. Zurzeit wird einmal im Monat ein Dienst angeboten, bei dem der Spaß ganz vorne steht z.B. Wasserspiele bei der FF Stadthagen. Zu Weihnachten wurden Kekse gebacken und gegessen. Aber alleine konnten Koschny und Saalmann das nicht mehr schaffen. Kurzer Hand haben sich Ramona Meißner und Franzisca Baumhof zur Verfügung gestellt. Als Erfolg dieser Abteilung kann man die erste Übergabe in die Jugendfeuerwehr bewerten. Mary- May Witte konnte im Dezember 2009 als erstes Kinderfeuerwehrmitglied in die Jugendfeuerwehr übernommen werden.

Übungsdienste

Jeden Montag von 20:00 bis 22:00 findet unser Übungsdienst statt. Die praktischen und theoretischen Dienste bauen aufeinander auf. Es werden z.B. Löschverfahren, Einsatztaktik, Technische Hilfeleistung, Gerätekunde, Atemschutz, Fahrzeugkunde und Einsatzplanung gelehrt. Die behandelten Die Themen werden dann in praktischen Diensten vertieft und weiterentwickelt.

Beispielsweise hatten wir in diesem Jahr das u.a. das Schwerpunktthema: Technische Hilfeleistung an Pkws. Ein Firmenvertreter von einem Autohaus hat uns über die Gefahren bei Fahrzeugen unterrichtet. Des Weiteren wurden Vorgehen, Aufgabenverteilung und Durchführung in mehreren Diensten unterrichtet. Am Ende stand dann eine Einsatzübung unter realistischen Bedingungen auf dem Plan. Nur durch die gute Ausbildung konnten wir nach der Übung ein positives Resümee ziehen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Feuerwehr Enzen lag im Bereich Atemschutz. In einem Atemschutzeinsatz befindet sich der Feuerwehrmann ständig in Lebensgefahr. Daher müssen alle Beteiligten gut auf den Ernstfall vorbereitet sein. Aus diesem Grund veranstalten wir mindestens einmal im Jahrein Atemschutzwochenende mit verschiedenen theoretischen Unterrichten und mehreren praktischen Übungen wie z.B.Vorgehen im Innenangriff, Funkkontakt, Orientierung in Räumen, Hohlstrahlrohrtraining, Notfalltraining und simulieren andere Gefahrensituationen.

Donnerstag, 14. Dezember 2017

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